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  Aufsatz - DRiZ 2007, 222 - 
 

Glossar Internet

 Von Bernhard Gramberg / Bernhard Gramberg
öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Computersoftware und Programmiertechnik, tätig im EDV-Sachverständigenbüro Gramberg & Vogel Berlin (http://www.sv-berlin.de).
 
 

Anonymisierer ermöglichen es, zu verbergen, mit welcher IP-Nummer im Internet zugegriffen wird.

AJAX ist eine verbesserte Nutzung bereits vorhandener Techniken, die für den Internetbenutzer eine stark dynamische Bedienung erlauben. Als Oberbegriff findet sich auch das Schlagwort Web 2.0. AJAX wurde durch die Suchmaschine Google z. B. bei Google-Maps umfangreich eingesetzt.

Archiv.org stellt ein Archiv für einen großen Teil der Internetseiten zur Verfügung. Damit ist z. B. ein EDV-Sachverständiger in der Lage, auch Jahre zurück den früheren Zustand von Internetseiten nachzuvollziehen.

Blog, auch Weblog genannt, ist ein digitales Tagebuch. Es wird zumeist von nur einer Person verwaltet (im Gegensatz zu einem Forum), kann jedoch von allen gelesen werden.

Browser ist ein Programm, das in HTML geschriebene Seiten darstellt. Übliche Programme sind unter Windows der Internet Explorer und auch der besonders im deutschen Sprachraum verbreitete Firefox.

Deep Link bezeichnet einen Link, der direkt eine einzelne Seite innerhalb einer Internetpräsenz anspricht, Beispiel: http://rsw.beck.de/rsw/default.asp. In Verbindung mit Inline-Framing führt die Verwendung zu juristischen Problemen.

DNS-Server (Domain Name System) löst eine URL (z. B. www.sv-berlin.de) in die IP-Adresse des Internetservers auf, wo u. a. die HTML-Seiten gespeichert sind.

Domain bezeichnet einen Teil des DNS-Namensraumes. Es wird unterschieden u. a. zwischen Top-Level- (.de) und Second-Level-Domain (sv-berlin.de). Der Zusatz www. ist kein Teil des Domain-Names, sondern beschreibt eine Zugriffsart auf die Domain. Dadurch können auch logische Sub-Domains gebildet werden, z. B. garten.baumarkt.de. Die Länderdomains werden in den einzelnen Ländern verwaltet, in Deutschland von DENIC.

DSL ist eine Zugangsform ins Internet mit einer Geschwindigkeit, die mehr als 10x schneller als ISDN ist.

E-Mail ist ein Dienst, der die Vernetzung des Internets als Übertragungsmedium nutzt, jedoch davon unabhängig ist. Eine E-Mail wird über mehrere E-Mail-Server bis zum Zielserver geleitet. Dort kann die E-Mail, wie bei einem Postfach, abgeholt werden. Unter bestimmten Umständen ist der Versand oder die Zustellung einer E-Mail durch Sachverständige beweisbar.

Forum ist eine Sammlung von Beiträgen auf einem Internetserver mit dazugehörigen Antworten. Jeder Berechtigte kann Beiträge einstellen bzw. kann auf Beiträge antworten. In letzter Zeit gibt es widersprüchliche Rechtsprechung zur Frage der erforderlichen Überwachung der inhaltlichen Beiträge durch den Forenbetreiber.

Frame stellt eine Technik dar, bei der ein Browser einzelne in HTML-Seiten geschriebene Seiten als ein Ganzes darstellt. Wenn einer der Frames aus einem anderen Server dazu geladen wird, so spricht man von Inline Framing.

FTP (File Transfer Protokoll) ist ein Übertragungsprotokoll, mit dem Dateien übertragen werden können, z. B. auf einen Internetserver, damit diese später abgerufen werden können.

Homepage wird die Gesamtheit der Informationen genannt, die auf einem Internetserver gespeichert sind. Es handelt sich dabei i. d. R. um eine Reihe von verlinkten Seiten. Ist die URL einer Seite auf einer Homepage bekannt, so kann diese auch direkt aufgerufen werden (Deep Link).

Host, siehe Internetserver.

HTML ist die Seiten-Beschreibungssprache, die vom Browser interpretiert wird.

ISDN ist eine Zugangsmöglichkeit ins Internet und wird für diesen Bereich zunehmend durch DSL abgelöst.

ISP (Internet Service Provider) stellt u. a. als Dienstleistung Internetserver zur Verfügung. Diverse ISPs bieten auch den Zugang in das Internet als Dienstleistung an.

Internet ist ein Oberbegriff für den Verbund vieler Rechner (Hosts), die miteinander kommunizieren. Die Kommunikation erfolgt überwiegend mit sog. TCP/IP-Paketen.

Internet-Seite ist eine in HTML programmierte Seite, auf der neben der Information weitere Inhalte (Bilder) über eine eigene URL eingebunden werden bzw. auf andere Seiten mit einem Link verweisen. Die Seite kann in Frames aufgebaut sein.

Internetserver ist ein Rechner, der im Internet angebunden ist und auf dem Internetseiten abgerufen werden können.

Intranet ist dem Internet vergleichbar, steht jedoch nur einer eingeschränkten Gruppe von Personen zur Verfügung, z. B. ein Intranet innerhalb eines Gerichtes. Über ein VPN kann ein Intranet auch über große Entfernungen gesichert zur Verfügung gestellt werden.

IP-Nummer ist eine Angabe, unter der ein Rechner im Internet eindeutig angesprochen wird. Typische Schreibweise ist z. B. 76.123.211.8.

Java ist eine universelle Programmiersprache, die u. a. für das Erstellen von Internetseiten genutzt wird.

Java-Script ist eine Programmiersprache, die von dem lokalen Browser interpretiert wird. Sie dient z. B. für spezielle dynamische Effekte bei AJAX.

Link ist die Adresse einer Seite im Internet als URL.

MP3 ist ein Verfahren, Musik stark komprimiert mit minimalen Verlusten zu speichern. Dadurch ist der Tausch von Musik, z. B. mit einem P2P-Netz, leicht möglich.

Online-Spiele (Internetspiele) sind Computerspiele, die online über das Internet gespielt werden. Hierfür steht bei den client-server basierten Spielen eine Infrastruktur zur Verfügung, bei der z. T. 50.000 Spieler gleichzeitig aktiv sind.

Open Source ist eine Form der Softwareerstellung, bei der der Quellcode veröffentlicht wird. Zusätzlich können das dazugehörige Urheberrecht und die Weitergabe einzeln geregelt werden. Open Source wird teilweise mit »kostenlos« verwechselt.

P2P (Peer-to-peer Netzwerk) ist auf Basis des Internets ein Verbund von Rechnern, die untereinander Dateien austauschen können, z. B. MP3-Dateien (Beispiel Gnutella). Da bei der Verteilung Millionen Rechner beteiligt sein können, kann die konkrete Verteilung kaum nachgewiesen werden. Die wichtigsten Vertreter kommen ohne einen zentralen Server aus. Juristisch ist ein P2P-Netz schwer zu fassen, weil es keinen Verantwortlichen gibt.

PGP (Pretty Good Privacy) ist ein Verfahren, Daten zu verschlüsseln. So ist es möglich, im Internet gesicherte Daten zu versenden. Damit kann z. B. eine E-Mail verschlüsselt werden.

PHP ist eine Programmiersprache, die vielfach bei der Erstellung von Internetseiten auf dem Server genutzt wird.

Provider, siehe ISP.

Quellcode ist ein für Programmierer lesbarer Text, den ein Computer ausführen soll. Vor der Ausführung ist meist ein Übersetzungsvorgang erforderlich, der aus dem Quellcode den Binärcode erzeugt. Im Internet ist der Quellcode der HTML-Seiten und der darin enthaltene Javascript sichtbar.

Second Life ist eine zuletzt viel diskutierte Form von sogenannten 3-D-Welten im Internet. In Second Life kann man sich mit einer künstlichen Figur (Avatar) bewegen, andere Avatare und künstliches Leben gestalten.

Suchmaschinen durchsuchen alle der Suchmaschine bekannten Internetseiten und indizieren die darauf befindlichen Informationen. Bekanntester Vertreter ist Google. Google weitet die Dienste stark aus auf z. B. Bildersuche, Nachrichtensuche (News). Dabei wird die Frage des Urheberrechts wichtig. Es gibt widersprüchliche Rechtsprechung, zuletzt vom LG Erfurt zustimmend beschieden.

TCP/IP beschreibt das Zusammenwirken verschiedener Rechner im Internet. Als Ziel für ein TCP/IP-Paket dient eine IP-Adresse. Der IP-Verkehr ist ein verbindungsorientiertes Protokoll, mit dessen Hilfe zwei Rechner miteinander kommunizieren können. Das Protokoll ist unsicher, weil auf dem Transportweg Datenpakete eingesehen bzw. verfälscht werden können.

URL (Uniform Resource Locator) ist eine vollständige Beschreibung einer Adresse im Klartext und besteht aus einem Protokoll (z. B. http:), der Domain (z. B. sv-berlin.de) und einem Pfad (z. B. index.html).

Wiki ist eine Sammlung von Beiträgen, die von vielen Leuten bearbeitet werden können (im Gegensatz zu einem Blog oder Forum). Ein bekannter Vertreter ist Wikipedia, ein Online-Lexikon mit aktuell 285.000 Autoren. Auch hier stellt sich die Frage nach der zutreffenden juristischen Einordnung und dem Urheberrecht.

Urheberrecht im Internet ist von großer Bedeutung, weil durch die Veröffentlichung die dargestellten Informationen zunächst als »rechtsfrei« angesehen werden. Die kommerziellen Anbieter, z. B. von Landkarten, sind fortlaufend intensiv bemüht, die Rechtsposition als Urheber zu verteidigen.

Thumbnail ist ein stark verkleinertes (daumennagelgroßes) Bild und dient als Platzhalter für das eigentliche Bild. Ein Nachrichtenmagazin hat erfolgreich gegen eine Suchmaschine wegen der Nutzung seiner Thumbnails geklagt.

YouTube ist ein Anbieter, der umfangreich Filme (meist kurze Sequenzen) speichert und sie öffentlich kostenfrei anbietet. Der Anbieter weist darauf hin, dass er als Provider die Filme nur speichert und nicht selber einstellt. Dennoch gibt es aktuell umfangreiche Urheberrechtsklagen.

Veröffentlichung einer URL (und damit der dahinter liegenden Information) kann z. B. dadurch erfolgen, dass eine Seite auf einer Homepage verlinkt ist. Eine verlinkte Seite kann dann z. B. von einer Suchmaschine gefunden und indiziert werden. Soll eine Veröffentlichung wieder zurückgezogen werden, so muss die Information auf dem Internetserver gelöscht oder gesperrt werden, sonst besteht die Veröffentlichung fort.

VPN (virtuell private network) ermöglicht es, in dem ungesicherten TCP/IP-Netzwerk eine verschlüsselte Verbindung aufzubauen.

Zugriffsspeicherung dient der Rückverfolgung der zugreifenden IP-Nummer. Damit kann ein ISP jeden Zugriff personalisieren. Jede Anwahl in das Internet wird vom ISP gespeichert und kann dort abgefragt werden.

XML ist eine dem HTML verwandte Beschreibungssprache, die auch zunehmend für Daten Verwendung findet.

Autor: Bernhard Gramberg, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Computersoftware und Programmiertechnik, tätig im EDV-Sachverständigenbüro Gramberg & Vogel Berlin (http://www.sv-berlin.de).


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