Heft 3/2000
Aus dem Inhalt
Abhandlung
Zeugenbedrohung
Empirische und vergleichende Untersuchung eines »unbekannten« Phänomens
von Walter Buggisch
Zusammenfassung
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Problematik der Bedrohung von Zeugen im Strafverfahren und gibt die Ergebnisse einer im Jahre 1996 im Rahmen eines Dissertationsvorhabens durchgeführten empirischen Untersuchung zum kriminologischen Phänomen der Zeugenbedrohung wieder. Die Untersuchung liefert erstmals für Deutschland Erkenntnisse über das Vorkommen von Zeugenbedrohungsfällen und über die tatsächliche Relevanz der Zeugenbedrohung für die Strafrechtspflege. So kann nachgewiesen werden, dass die Bedrohung von Zeugen im Strafverfahren durchaus häufiger vorkommt und dass Zeugenbedrohungen nicht nur im Bereich der organisierten Kriminalität, sondern auch in einer Reihe von anderen Deliktsbereichen stattfinden (z. B. Jugendkriminalität, Sexualstraftaten). Weiterhin wird der Nachweis erbracht, dass sich die Bedrohung von Zeugen – zumindest in bestimmten Deliktsbereichen – auch negativ auf das Funktionieren der Strafrechtspflege auswirken kann.
Diskussionen
Muss DNA-Evidenz schwer verständlich sein?
Der Ausweg aus einem Kommunikationsproblem
von Stefan Krauss und Ralph Hertwig
***
Die Integrität der Person als Rechtsgut – eine Betrachtung
der spanischen und schwedischen Regelungen zur familiären Gewalt
von Elena Marín de Espinosa Ceballos und Kai Hamdorf
***
Handhabung und Wirkungen des Gnadenrechts – terra incognita der Kriminologie?
von Bernd-Dieter Meier
***
Der »Standardindikator« zur Messung der Kriminalitätsfurcht
– in »skandalöser Weise« unspezifisch und in der Praxis dennoch brauchbar?
von Karl-Heinz Reuband
Mitteilungen
Gesellschaft mit Drogen – »akzept«anz im Wandel
6. Internationaler akzept Drogenkongress
5. bis 7. Oktober 2000 - Technische Universität Berlin
Der Kongress wird veranstaltet von akzept e.V. – Bundesverband für akzeptierte Drogenarbeit und humane Drogenpolitik in Kooperation mit StadtRand GbR/gGmbH, dem Sozialpädagogischen Institut der Technischen Universität Berlin und dem TRIMBOS-Institut, Netherlands Institute of Mental Health and Addiction.
Der Kongress will Kontakte schaffen und Verbindungen herstellen. Dies gilt für die konkrete fachliche Arbeit wie auch für drogenpolitische Kooperationen; hier sollen Begegnungen ermöglicht und Netzwerke geknüpft werden. Es sollen besondere Fachkompetenzen im Publikum angesprochen und gefordert werden; ein Schwerpunkt wird in der Interaktion der Teilnehmer – z. B. in Workshops und Streitgesprächen – liegen.
***
Ausnützung von Abhängigkeitsverhältnissen
Exploitation of Professional Relationships
1. Schweizer Kongress gegen Gewalt und Machtmissbrauch
1st Swiss Congress Against Violence and Abuse of Power
22. bis 23. September 2000 - Bern, Kursaal, Schweiz
Die »Arbeitsgemeinschaft gegen die Ausnützung von Abhängigkeitsverhältnissen AGAVA« – ein fachübergreifender Zusammenschluss von verschiedenen Personen der Psychologie, Psychiatrie, Justiz und Kirche – organisiert diese interdisziplinäre Veranstaltung für alle interessierten Personen aus den Bereichen Therapie und Medizin, Justiz und Polizei, Bildung/Erziehung und Kirchen, Organisationen und Betrieben.
Kongresssprachen sind deutsch, englisch und französisch (Simultanübersetzung im Plenum).
Buchbesprechungen
Eisenberg, Ulrich
Beweisrecht der StPO
Spezialkommentar
3. vollständig überarbeitete und verschiedentlich erweiterte Auflage
C.H. Beck Verlagsbuchhandlung, München 1999, 1018 Seiten, Leinen, DM 198,–
Kappeler, Manfred
Der schreckliche Traum vom vollkommenen Menschen:
Rassenhygiene und Eugenik in der Sozialen Arbeit
Schüren, Marburg 2000, 755 Seiten, DM 78,-
Sander, Günther
Zur Beurteilung exhibitionistischer Handlungen
Schriften zum Strafrecht, Duncker & Humblot, Berlin 1996, 176 Seiten, DM 118,–
Seibt, Angelika
Forensische Schriftgutachten – Einführung in Methoden und Praxis der forensischen Handschriftenuntersuchung
C.H. Beck Verlag, München 1999, X, 163 Seiten, kart., DM 44,-
Stächelin, Gregor
Strafgesetzgebung im Verfassungsstaat
Normative und empirische, materielle und prozedurale Aspekte der Legitimation unter Berücksichtigung neuerer Strafgesetzgebungspraxis
Duncker & Humblot, Berlin 1998, 363 Seiten, DM 124,–