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  Editorial - DRiZ 2001, A1 - 
 Editorial 2001, Heft 01
 voss

Rainer Voss, Vorsitzender des Deutschen Richterbundes

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2001 könnte das Ende unserer Stiftung FASOL in Kolumbien bedeuten. Das noch vorhandene »Vermögen« reicht allenfalls noch für die nächsten acht bis neun Monate. Trotz vielfacher Bemühungen ist es uns nicht gelungen, neben den Spenden andere nennenswerte Geldquellen zu erschließen.

Der Spendenfluss ist aber leider in den letzten beiden Jahren, trotz der regelmäßigen Bitten – auch in den Publikationen der Landesverbände –, so stark zurückgegangen, dass der Haushalt von FASOL für das laufende Jahr nicht mehr gedeckt ist. Das bedeutet, wenn nicht ein größeres Wunder geschieht, werden wir unsere Arbeit in Kolumbien einstellen müssen.

Ich möchte Sie daher heute herzlich bitten, noch einmal über eine mögliche Unterstützung unserer Stiftung nachzudenken, über deren Arbeit wir in dieser Zeitung immer wieder berichtet haben und die nur durch die z.T. großzügigen Spenden vieler von Ihnen arbeiten konnte.

Die Situation in Kolumbien ist – wie Sie sicher aus den Medien wissen – äußerst angespannt. Der kolumbianische Präsident hat wegen der schwierigen innenpolitischen Situation seine für Ende letzten Jahres geplante Deutschlandreise absagen müssen. Diese politische Lage hat auch für die Justizangehörigen Folgen, die wir uns hier nicht vorstellen können. Allein im ersten Halbjahr 2000 hatte FASOL 42 neue Fälle zu betreuen. Für das zweite Halbjahr liegt noch kein Bericht vor.

Mir ist bewusst, dass es auch andere Organisationen mit unterstützungswürdigen Einrichtungen und Aktionen – auch in Deutschland – gibt, die dringend Hilfe benötigen. Daneben sollten Sie aber unseren Solidaritätsfonds bitte nicht vergessen. Er bedeutet für die Hinterbliebenen der Opfer, aber auch für diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die in großer Gefahr schweben, nicht nur materiell eine große Hilfe, sondern er gibt ihnen auch das Gefühl, nicht alleine gelassen zu werden.

Das, was ich unter dem Eindruck meiner ersten Reise nach Bogotá im Oktober 1993 geschrieben habe, gilt immer noch. Diesem Schreiben ist außer neuen Zahlen nichts hinzuzufügen. Wir veröffentlichen es daher nochmals auf Seite 9ff.

Ihnen allen wünsche ich ein gutes und erfolgreiches Jahr 2001.


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